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Wie das Lymphsystem arbeitet und wann es Hilfe braucht

Von Medhat Khalil3 Min. Lesezeit

Das Blut hat ein Herz. Es drückt, und der Kreislauf läuft, ob Sie wollen oder nicht.

Das Lymphsystem hat nichts dergleichen. Es bewegt seine Flüssigkeit über die Kontraktion der eigenen Gefässwände, über die Muskelpumpe beim Gehen und über die Druckschwankungen beim Atmen. Wer acht Stunden still sitzt, schaltet zwei dieser drei Antriebe weitgehend ab.

Was die Lymphe eigentlich tut

Aus den kleinsten Blutgefässen tritt laufend Flüssigkeit ins Gewebe aus. Der grösste Teil davon geht direkt wieder zurück. Der Rest, samt Eiweissen, Zellresten und Abfallstoffen, bleibt liegen und muss abtransportiert werden. Das ist die Aufgabe der Lymphgefässe.

Auf dem Weg passiert die Flüssigkeit die Lymphknoten. Dort wird sie gefiltert und immunologisch kontrolliert. Erst danach fliesst sie zurück in den Blutkreislauf.

Läuft dieser Abtransport langsamer, als die Flüssigkeit anfällt, staut sie sich im Gewebe. Genau das spüren Sie als Schwellung, Spannung oder Schwere.

Warum die Behandlung so sanft ist

Die entscheidenden Lymphgefässe liegen direkt unter der Haut, nicht in der Tiefe. Sie sind dünnwandig und reagieren auf leichten Zug, nicht auf Druck.

Deshalb arbeitet die manuelle Lymphdrainage mit sanften, kreisenden Bewegungen entlang der Lymphbahnen. Wer hier kräftig knetet, presst die feinen Gefässe zu und erreicht das Gegenteil. Eine gute Lymphdrainage fühlt sich fast unspektakulär an. Die Wirkung zeigt sich danach.

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Die Reihenfolge macht den Unterschied

Ein Detail, das viele überrascht: Wir fangen nicht dort an, wo es geschwollen ist.

Zuerst öffnen wir die zentralen Abflusswege am Hals und am Rumpf. Erst wenn diese Strecke frei ist, arbeiten wir uns in Richtung der gestauten Region vor. Sonst schieben Sie Flüssigkeit in einen Abschnitt, der selbst noch voll ist.

Das ist auch der Grund, warum Selbstmassage am geschwollenen Bein oft wenig bringt.

Wann das System überfordert ist

  • Nach einer Operation. Gewebe wurde durchtrennt, Lymphbahnen mit. Der Abtransport braucht eine Weile, bis er sich neu organisiert hat.
  • Nach Entfernung von Lymphknoten. Dann fehlen Filterstationen dauerhaft, und die Region dahinter staut leichter.
  • Bei langem Sitzen oder Stehen. Kein akutes Problem, aber ein verlässlicher Grund für schwere Beine am Abend.
  • In der Wärme. Die Gefässe weiten sich, es tritt mehr Flüssigkeit ins Gewebe aus.

Ödem ist nicht gleich Ödem

Eine vorübergehende Schwellung nach einem langen Flug ist etwas anderes als ein Lymphödem. Beim Lymphödem ist die Transportkapazität dauerhaft herabgesetzt, meist nach Operation, Bestrahlung oder angeboren.

Dafür reicht eine einzelne Drainage nicht. Es braucht die komplexe physikalische Entstauungstherapie, die manuelle Drainage mit Kompressionsbandagierung und Bewegungstherapie zu einem mehrstufigen Plan verbindet.

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Was Sie selbst tun können

Bewegung ist der wirksamste Hebel, und es braucht wenig davon. Ein paar Minuten Gehen pro Stunde halten die Muskelpumpe in Betrieb. Tiefes Atmen in den Bauch unterstützt den Rückfluss im Rumpf. Beine hochlegen nutzt die Schwerkraft.

Das ersetzt keine Behandlung, wenn das System wirklich überlastet ist. Aber es verhindert einen guten Teil der Fälle, die sonst auf unserer Liege landen.

Buchen Sie online oder rufen Sie an. Mit ärztlicher Verordnung läuft die Lymphdrainage über die Grundversicherung, ohne Verordnung als Selbstzahler oder über die Zusatzversicherung.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.