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LymphePrävention

Lymphdrainage per Gerät oder von Hand?

Von Medhat Khalil3 Min. Lesezeit

Die Frage kommt regelmässig, meist mit einem Link zu einem Gerät im Netz. Bringt so ein Stiefel mit Luftkammern dasselbe wie eine Behandlung bei Ihnen?

Kurz gesagt: nein, aber er ist auch nicht nutzlos. Die beiden Verfahren machen Unterschiedliches.

Was das Gerät tut

Bei der apparativen Kompression steckt das Bein oder der Arm in einer Manschette mit mehreren Luftkammern. Die Kammern füllen sich nacheinander von aussen nach innen und schieben die Flüssigkeit mechanisch in Richtung Rumpf.

Das funktioniert. Für den Abschnitt, den die Manschette umschliesst, ist der Effekt messbar, und das Gerät hält den Rhythmus stundenlang durch, ohne müde zu werden.

Wo es an Grenzen stösst

Es erreicht den Rumpf nicht. Die Manschette endet an der Leiste oder an der Schulter. Genau dort liegen aber die Engstellen, über die alles abfliessen muss. Ein Gerät kann Flüssigkeit gegen einen noch verschlossenen Abfluss schieben.

Es tastet nichts. Wir spüren, wo das Gewebe hart ist, wo eine Narbe den Abfluss umleitet, wo eine Seite anders reagiert als die andere. Das Gerät fährt sein Programm.

Es arbeitet nur mit Druck. Die manuelle Drainage arbeitet mit leichtem Zug an der Haut, weil die Lymphgefässe direkt darunter liegen und auf Dehnung mit stärkerer Eigenkontraktion antworten. Druck allein löst diesen Reiz nicht aus.

Es kann keine Umleitung bahnen. Fehlen nach einer Operation Lymphknoten, muss die Flüssigkeit über Nachbarregionen abfliessen. Diese Wege muss jemand gezielt öffnen.

Manuelle Lymphdrainageab CHF 79.92 · 45 Min

Was die Hand tut

Wir beginnen am Hals und am Rumpf, nicht am geschwollenen Bein. Erst wenn die zentralen Wege frei sind, arbeiten wir uns nach aussen vor. Diese Reihenfolge ist der eigentliche Kern der Methode, und sie lässt sich mit einer Manschette nicht abbilden.

Dazu kommt der Befund. Wir sehen bei jeder Sitzung, was sich verändert hat, und passen an.

Wann die Kombination sinnvoll ist

In der Lymphtherapie schliessen sich die beiden nicht aus. Ein verbreitetes Muster: die manuelle Drainage öffnet die Abflusswege und behandelt den Befund, das Gerät hält zwischen den Terminen in Bewegung, was sonst wieder stehen würde.

Bei einem Lymphödem ist ohnehin keins von beiden die ganze Antwort. Die komplexe physikalische Entstauungstherapie verbindet manuelle Drainage, Kompressionsbandagierung und Bewegungstherapie zu einem mehrstufigen Plan. Die Kompression nach der Behandlung entscheidet mit darüber, wie lange das Ergebnis hält.

Komplexe physikalische Entstauungstherapieab CHF 79.92 · 45 Min

Und die Rolle der Kasse

Die manuelle Lymphdrainage rechnen wir mit ärztlicher Verordnung über die Grundversicherung ab, ohne Verordnung als Selbstzahler oder anteilig über die Zusatzversicherung. Ein Heimgerät zahlen Sie in aller Regel selbst, ausser es ist Teil einer verordneten Ödemtherapie.

So entscheiden Sie

Wenn Sie abends schwere Beine haben und sonst gesund sind, ist ein Gerät eine bequeme Ergänzung. Wenn eine Schwellung bleibt, einseitig ist oder nach einer Operation aufgetreten ist, gehört zuerst ein Befund an den Anfang, nicht ein Gerät.

Buchen Sie online oder rufen Sie an. Bringen Sie mit, was Sie über Ihre Schwellung schon wissen, dann sortieren wir im Gespräch, was in Ihrem Fall trägt.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.