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LymphePrävention

Lymphdrainage im Gesicht: was sie kann

Von Medhat Khalil3 Min. Lesezeit

Die Anfragen zur Gesichtsdrainage haben in den letzten Monaten spürbar zugenommen. Die Gründe, die genannt werden, gehen dabei weit auseinander.

Die einen kommen nach einer Zahn- oder Kieferoperation mit einer dicken Wange. Die anderen haben Videos über morgendliche Schwellungen gesehen und wollen wissen, ob etwas dran ist.

Bei beiden lässt sich etwas erreichen, nur nicht dasselbe.

Warum das Gesicht besonders empfindlich ist

Die Lymphgefässe liegen überall direkt unter der Haut. Im Gesicht ist diese Schicht am dünnsten, und die Abflusswege sind kurz. Alles fliesst über wenige Knotenstationen vor und hinter dem Ohr, unter dem Kiefer und seitlich am Hals nach unten.

Daraus folgt zweierlei. Es braucht ausgesprochen wenig Druck, kaum mehr als das Gewicht der Finger. Und der Hals kommt vor dem Gesicht, immer. Wer an der geschwollenen Wange anfängt, schiebt Flüssigkeit in einen Abschnitt, der noch verschlossen ist.

Nach einer Operation

Das ist der Fall, in dem die Behandlung am meisten leistet. Nach Eingriffen an Zähnen, Kiefer oder im Gesicht schwillt das Gewebe an, weil Lymphbahnen durchtrennt wurden und der Abtransport sich neu organisieren muss.

Die Drainage nimmt dem Gewebe einen Teil dieser Last ab. Viele empfinden die Spannung danach als deutlich geringer, und die Beweglichkeit im Kiefer kommt schneller zurück.

Bei einem geschwollenen Gesicht am Morgen

Hier ist die Erwartung zu sortieren. Über Nacht liegen Sie flach, die Schwerkraft hilft dem Rückfluss nicht, und Flüssigkeit sammelt sich um die Augen und an den Wangen. Das legt sich im Lauf des Vormittags meist von allein.

Eine Drainage beschleunigt das. Sie ist angenehm, das Gesicht wirkt danach klarer, die Konturen zeichnen sich schärfer ab. Das hält Stunden bis wenige Tage.

Was sie nicht tut: Sie strafft keine Haut auf Dauer, sie entfernt kein Fettgewebe, und sie ersetzt keine Behandlung dessen, was die Schwellung auslöst. Wenn Salz, Alkohol, zu wenig Schlaf oder eine Allergie im Spiel sind, ändert die Sitzung daran nichts.

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Bei chronischen Nasennebenhöhlen-Beschwerden

Ein Teil unserer Patientinnen und Patienten kommt mit Druckgefühl im Gesicht bei wiederkehrenden Nebenhöhlenproblemen. Die Arbeit an den Abflusswegen am Hals kann das Spannungsgefühl erleichtern. Eine akute, bakterielle Entzündung behandeln wir nicht. Die gehört ärztlich versorgt, bevor irgendjemand Hand anlegt.

Wann Sie besser zuerst zur Ärztin gehen

  • Die Schwellung ist plötzlich aufgetreten und betrifft nur eine Seite.
  • Es kommt Fieber, Rötung oder starker Schmerz dazu.
  • Die Zunge, die Lippen oder der Rachen sind mitbetroffen.
  • Sie haben eine bekannte Schilddrüsenerkrankung.
  • Die Schwellung bleibt über Wochen unverändert bestehen.

Das sind keine Fälle für eine Drainage, sondern für eine Diagnose.

Was Sie selbst tun können

Mit erhöhtem Kopf schlafen nimmt der Schwerkraft einen Teil ihrer Wirkung. Kühle am Morgen strafft die Gefässe kurzfristig. Weniger Salz am Abend macht bei vielen einen sichtbaren Unterschied.

Wenn Sie selbst streichen, dann leicht und immer in Richtung Hals, nie kräftig und nie von unten nach oben. Mehr Druck bringt hier nachweislich weniger.

Buchen Sie online oder rufen Sie an. Sagen Sie uns vorher, ob eine Operation vorausgegangen ist, dann planen wir Zeitpunkt und Technik entsprechend.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.