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Wenn der Kopfschmerz aus dem Nacken kommt

Von Medhat Khalil3 Min. Lesezeit

Viele Patientinnen und Patienten kommen mit Kopfschmerzen zu uns, nachdem sie jahrelang Tabletten genommen haben, ohne je gefragt zu haben, woher der Schmerz eigentlich kommt.

Bei einem Teil von ihnen kommt er aus dem Nacken. Und das ändert die Behandlung grundlegend.

Drei Arten, die sich ähnlich anfühlen

Zervikogener Kopfschmerz hat seinen Ursprung in der Halswirbelsäule. Er beginnt meist im Nacken oder am Hinterkopf und zieht einseitig nach vorn Richtung Schläfe oder Auge. Kopfbewegungen und bestimmte Haltungen verstärken ihn. Er wechselt selten die Seite.

Spannungskopfschmerz liegt beidseitig, drückend, wie ein zu enges Band um den Kopf. Er pocht nicht, und körperliche Aktivität macht ihn nicht schlimmer.

Migräne ist meist einseitig, pulsierend, oft mit Übelkeit, Licht- oder Lärmempfindlichkeit. Bewegung verschlimmert sie. Viele ziehen sich in einen dunklen Raum zurück.

Die Grenzen verlaufen im Alltag unschärfer als in dieser Aufzählung. Mischformen sind häufig, und ein verspannter Nacken kann eine Migräne zusätzlich auslösen, ohne ihre Ursache zu sein.

Warum die Unterscheidung vor der Behandlung kommt

Ein zervikogener Kopfschmerz reagiert auf Arbeit an der Halswirbelsäule und an der Nackenmuskulatur. Eine echte Migräne tut das nicht im selben Mass, und eine Behandlung, die das ignoriert, verpufft.

Deshalb steht bei uns die Abgrenzung am Anfang. Wir grenzen ein, ob der Schmerz muskulär, zervikal oder vaskulär geprägt ist, und behandeln erst danach die auslösenden Strukturen statt das Symptom.

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Was der Nacken mit der Stirn zu tun hat

Die oberen Nervenwurzeln der Halswirbelsäule und der Trigeminusnerv, der das Gesicht versorgt, laufen im Hirnstamm über dieselben Umschaltstellen. Reize aus dem Nacken kommen deshalb im Gehirn als Schmerz im Gesicht oder in der Stirn an.

Dazu kommen die Triggerpunkte. Ein Punkt in der tiefen Nackenmuskulatur oder im oberen Trapezius leitet den Schmerz zuverlässig Richtung Schläfe, Stirn und Auge. Wer dort drückt, kann den bekannten Kopfschmerz oft direkt auslösen. Das ist unangenehm und diagnostisch wertvoll.

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Woran Sie selbst erste Hinweise finden

  • Der Schmerz beginnt im Nacken und wandert nach vorn, nicht umgekehrt.
  • Er bleibt über Wochen auf derselben Seite.
  • Bestimmte Kopfhaltungen oder langes Sitzen lösen ihn aus.
  • Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule ist eingeschränkt.
  • Druck auf bestimmte Punkte am Nacken reproduziert genau den Schmerz, den Sie kennen.

Treffen mehrere Punkte zu, lohnt sich die Abklärung der Halswirbelsäule.

Was eine Behandlung realistisch bewirkt

Bei zervikogenem Kopfschmerz und Spannungskopfschmerz sehen wir häufig, dass Häufigkeit und Intensität zurückgehen. Manche Patientinnen und Patienten brauchen weniger Schmerzmittel. Bei Migräne kann die Arbeit am Nacken die Auslöseschwelle senken, sie ersetzt aber keine neurologische Behandlung.

Wir versprechen keine Schmerzfreiheit. Was wir tun können, ist die muskulären und zervikalen Anteile herausarbeiten, die sich behandeln lassen, und Ihnen sagen, welcher Teil Ihres Kopfschmerzes woanders hingehört.

So kommen Sie zum Termin

Führen Sie vorher ein paar Tage lang kurz Protokoll: wann der Schmerz kommt, wo er beginnt, wie lange er bleibt, was Sie vorher gemacht haben. Diese Notizen sind für die Abgrenzung wertvoller als jede Beschreibung aus dem Gedächtnis.

Buchen Sie dann online oder rufen Sie an. Mit ärztlicher Verordnung läuft die Behandlung über die Grundversicherung, ohne Verordnung als Selbstzahler.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.